6 Kommentare

  1. emma

    Das Thema Wegerecht verursacht bei mir immer wieder Bauchschmerzen. Der Grund dafür ist, dass der Notar meine Eltern damals nicht richtig aufgeklärt haben, was eine Grunddienstbarkeit bedeutet und hat diese in den Kaufvertrag mit eingefügt.
    Es sieht so aus, dass meine Eltern das hinterliegende Grundstück von X. gekauft haben, aber incl. der Zufahrt. Das Haus von X liegt direkt an der öffentlichen Straße. Da er aber in seinen hinteren Teil seine Garage bauen wollten, genehmigten meine Eltern die Zufahrt zur geplanten Garage. Desweiteren gaben sie für den Garagenbau sogar noch etwas von ihrem Grund ab – schließlich war man ja befreundet.
    Für beides, also Garagenfläche und Wegerecht, wurde eine GrundDienstbarkeit im Vertrag vereinbart und ins Grundbuch aufgenommen. Ein massiver Wertverlust bei einem evtl. Verkauf, da ja keine Not vorlag und immer noch nicht vorliegt.
    Meine Eltern hätten die Grunddienstbarkeit nie eintragen lassen, wenn sie die Konsequenzen gekannt hätten.
    Kann man die Grunddienstbarkeit noch löschen lassen und dafür lieber eine Verpflichtung nach §917 eintragen lassen oder geht das nicht mehr und ist für immer und ewig im Grundbuch?

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  2. Toller Artikel! Ich habe zwar erst seit diesem Semester SachenR (Immobiliar), finde Ihren Artikel aber super. Verständlich und sehr informativ. Vor allem gefällt mir der Vergleich zwischen § 1018 BGB und § 917 BGB sehr gut.

    Viele Grüße,
    Van Hoang

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    1. Vielen Dank und viel Erfolg für das Semester! Nicht nur im Studium, auch in der anwaltlichen und gerichtlichen Praxis kommen Notwegerechte nicht selten vor.

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  3. Guter Beitrag zum Thema!
    Für mich ist es sehr gut verständlich, dass wenn man über ein fremdes Grundstück möchte, dass man selbstverständlich zahlen muss.
    Für meinen Geschmack sollte es sehr teuer sein.
    Wer möchte das schon auf seinem Grundstück ?

    Gruß Richi

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    1. Vielen Dank für das Lob.

      Sie haben vollkommen Recht: Wer möchte das schon auf seinem Grundstück? Wenn ein größeres Grundstück vom Eigentümer geteilt und dem Hinterlieger („Hammergrundstück“) ein Wegerecht im Grundbuch eingetragen wird, kann sich jeder, der das Grundstück kauft, darauf einstellen und den Kaufpreis entsprechend regulieren. Wenn dann noch klar geregelt ist, wer für Schnee- und Laubbeseitigung, Verkehrssicherung und Instandhaltung zuständig ist, kann sich keiner beschweren. Wird dagegen ein Notwegerecht nach § 917 BGB vom Nachbarn verlangt, kommt das in der Regel unerwartet und mindert den Wert des betroffenen Grundstücks. Hierfür soll die „Geldrente“ einen gerechten Ausgleich schaffen.

      P.S. In einem von mir kürzlich verhandelten Fall hatte der betroffene Nachbar das Grundstück für 1,00 Euro erworben, begehrte aber 3.000 Euro jährliche Entschädigung. Man kann es natürlich auch übertreiben!

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